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  • Mona Lohr

Quality Time, Austausch und Alltag sinnvoll in der Beziehung gestalten

In einer Beziehung gibt es unterschiedliche Qualitäten, um miteinander Zeit zu verbringen (z.B. Alltag oder gezieltes Date) und es lohnt sich auch, sich zu Austausch mit unterschiedlichem Ziel ganz konkret zu verabreden. Wie das aussehen könnte, beschreibe ich in den folgenden 4 Punkten:


  1. Als erstes gib es die nicht terminierte Zeit oder auch Alltagszeit. Dies ist die Zeit, die man einfach so verbringt, die häufig spontan entsteht. Hier kann die Intensität gesteigert werden, in dem man bewusst Alltagsdinge zusammen tut und es dabei genießt, es zusammen zu machen. Diese Zeit muss meistens nicht geplant oder terminiert werden, vor allem, wenn man gemeinsam wohnt. Wohnt man nicht gemeinsam, lohnt es sich auch, sich für gezielte Alltag-Miteinander-Teilen-Zeiträume zu verabreden / bzw. es zumindest klar für sich zu haben, wann es Zeiträume zum Alltagsteilen sind oder wann es aufeinander konzentrierte Paarzeit ist, bei dem die volle Aufmerksamkeit beim Anderen liegt und wann auch eben nicht. Bei Fernbeziehungen kann es für manche Paare schön sein, etwas Alltag durch das Verbunden sein über Video miteinander zu teilen. So kann z.B. gemeinsam gekocht / gegessen oder sogar gemeinsam Homeoffice gemacht werden.

  2. Zeit, um dem Anderen zu sagen, wie es einem geht / was einem gerade beschäftigt: Ich empfehle, sich (wenn es geht) täglich kurz Zeit dafür zu nehmen, um sich gegenseitig mitzuteilen, wie es einem gerade geht. Manchen Paaren gelingt dies spontan sehr gut, bei anderen bietet es sich an, einen festen Zeitpunkt oder ein festes Ritual dafür zu etablieren, z.B. immer beim Abendessen. Oder immer um 20 Uhr abends. Fünf Minuten pro Person können da schon ausreichend sein. Tipp: Probieren Sie es mal aus, was es mit Ihrer Beziehung macht, wenn Sie sich jeden Tag 10 Minuten zum Austausch „wie geht es mir gerade“ einplanen, jeder bekommt genau 5 Minuten zum Reden. Jeder erzählt in seinen 5 Minuten nur von sich und hört in den anderen 5 Minuten nur zu. Ohne Diskussionen und ohne Lösungen anzubieten.

  3. Zeit, um über die Beziehung selbst zu reden: Ich empfehle, hin und wieder einen „Beziehungscheck“ zu machen, das heißt, auf der Metaebene darüber miteinander zu sprechen, wie es einem gerade in der Beziehung geht, welche Bedürfnisse erfüllt sind und welche gerade unerfüllt sind. Dafür bietet sich z.B. ein festes Format einmal pro Woche für 20 Minuten an, wo einer 5 Minuten erzählt, dann der andere, 2 Mal tauschen. Hier ist auch Platz für mögliche Konfliktthemen.

  4. Zeit, für Orga-Kram: Einmal die Woche einen Termin, bei dem über Organisatorisches gesprochen wird: Wer kauft wann ein, wann gibt es was zu essen, wer macht welche Aufgaben, welche Termine stehen an - kann auch als Familien-Treffen organisiert werden. Auch hier einen festen Zeitrahmen, z.B. 45 Minuten wählen. Hier können feste Routinen, gute Apps für die Planung etc. ggf. auch viel übernehmen, so dass hier mit noch weniger Zeit ausgekommen werden kann.

  5. Und nicht zu vergessen: Quality-Time für was Schönes: Auch hier eine feste Zeit reservieren, in der einfach was Schönes gemacht wird (Film schauen, Kino, gemeinsam Sport, Essen gehen, Zeit für Sex) und einfach Spaß gehabt werden kann und die "Themen zum Reden" keine Rolle spielen. Haben diese andere Termine kann die Quality Time meistens mit besonderer Leichtigkeit genossen werden.

Bei Menschen mit mehreren Partnern ist es sinnvoll, solche Termine mit allen Partnern zu vereinbaren. Es reicht dann vielleicht auch manche Termine nur auf einmal im Monat etc. zu legen, je nachdem, wie viel Zeit man auch sonst miteinander verbringt.


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