top of page

Offene Beziehungen und Polyamorie: Diese Fehler vermeiden

Mona Lohr
8. Apr.
2 Min. Lesezeit

Die Öffnung einer Beziehung sollte gut überlegt sein. Im Folgenden habe ich zusammengefasst, welche Fehler bei einer Öffnung häufig vorkommen und wie ihr sie vermeiden könnt.

Bevor ihr eure Beziehung öffnet

  • Öffnung in einer Krise: Ungünstig ist es, die Beziehung zu öffnen, wenn gerade größere Konflikte bestehen, eine Person über eine Trennung nachdenkt oder eine verletzliche Lebensphase wie eine Schwangerschaft ansteht. In diesem Fall solltet ihr zunächst die Konflikte klären und eure Beziehung stabilisieren oder euch ehrlich fragen, ob ihr in dieser Phase genug Kraft für eine Öffnung habt.

  • Zu wenig Zeit: Eine Öffnung braucht in den meisten Fällen Zeit, und zwar nicht nur für die Dates selbst, sondern auch für viele Gespräche und mögliche Konflikte in eurer Beziehung. Überlegt deshalb vorher, ob ihr bereit seid, euch diese Zeit zu nehmen.

  • Fehlende Vorbereitung: Wenn ihr ins kalte Wasser springt, ohne euch Gedanken über die Form der Öffnung, eure Absprachen und eure Grenzen gemacht zu haben, entstehen leicht Verletzungen, die sich hätten vermeiden lassen. Anregungen dazu findet ihr in den Beiträgen zur Checkliste für die Öffnung und zu ersten Experimenten.

  • Eine Person wartet bereits: Schwierig wird es auch, wenn bereits eine konkrete Person im Raum steht oder es schon einen Seitensprung gab, bevor ihr euch gemeinsam für eine Öffnung entschieden habt. Dann ist es umso schwerer, das Vertrauen für eine bewusste gemeinsame Entscheidung aufzubauen, und eine Öffnung unter Druck führt selten zu einem guten Ergebnis.

Während der Öffnung

  • Zu schnell zu viel: Wenn eine Person sehr schnell intensive weitere Beziehungen eingeht, bleibt der Partnerperson keine Zeit, gefühlsmäßig nach und nach in die neue Situation hineinzuwachsen. Von der Person, der die Öffnung leichter fällt und die weniger mit Eifersucht zu kämpfen hat, sind deshalb viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Der Weg von einer monogamen zu einer polyamoren Beziehung kann Monate und manchmal Jahre dauern, und je umsichtiger und langsamer ihr ihn geht, desto eher könnt ihr die emotionale Arbeit leisten und einen guten gemeinsamen Weg finden. Wenn es euch beiden leichtfällt, könnt ihr natürlich auch ein schnelleres Tempo wählen, weshalb es wichtig ist, euch immer wieder darüber auszutauschen.

  • Sich selbst überfordern: Manche Menschen muten sich zu Beginn zu viel zu, etwa indem sie ihre Partnerperson gleich zusammen mit deren neuem Date treffen, während die beiden Händchen halten oder sich küssen, oder indem sie im Nebenzimmer schlafen, während die Partnerperson Sex mit jemand anderem hat.

  • Zusagen ohne Raum: Manchmal bekommt die Partnerperson zwar die Zusage, daten zu dürfen, erhält aber keinen Raum dafür. Das zeigt sich etwa, wenn kurz vor einem Date Streit entsteht, wenn verlangt wird, dass sie nach wenigen Minuten wieder nach Hause kommt, oder wenn sie nach ihrer Rückkehr mit schlechter Laune, Gekränktheit oder passiv-aggressivem Verhalten empfangen wird, sodass sie ein schlechtes Gewissen bekommt. Wenn es dir so schwerfällt, deine Partnerperson auf ein Date gehen zu lassen, ist es sinnvoll, eure Absprachen und Grenzen noch einmal zu besprechen und ehrlich zu prüfen, ob du diesen Weg gut mittragen kannst oder ob ihr den Prozess verlangsamen solltet.




Mehr zum Thema

Weitere Tipps, Anleitungen und Hinweise findet ihr in meinem Ratgeber „Von Mono zu Poly – Das Buch für Paare, die ihre Beziehung (vielleicht) öffnen wollen“. Das Buch ist bei Amazon als E-Book und als Taschenbuch erhältlich: zum Buch bei Amazon.


 
 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
Beitrag: Blog2_Post
bottom of page