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  • Mona Lohr

Häufige Fallstricke von Paaren, die ihre Beziehung öffnen:

Aktualisiert: 21. Okt.

Eine Beziehung zu öffnen sollte überlegt passieren. Im Folgenden habe ich zusammengefasst, was bei einer offenen Beziehung ungünstig ist.


  1. Die Partnerschaft zu öffnen, obwohl gerade größere Konflikte vorliegen / einer der beiden Partner*innen gerade eine Trennung überlegt.

  2. Die Öffnung passiert zu schnell und ist nicht gut vorbereitet. Es wird „einfach“ ins kalte Wasser gesprungen, ohne sich vorher über Form der Öffnung, Regelungen und auch Grenzen Gedanken zu machen.

  3. Direkt und ganz schnell sehr intensive andere Beziehungen einzugehen, ohne dass der/die Partner*in Zeit hat, nach und nach gefühlsmäßig mit der Öffnung zu wachsen. Hier sind auch viel Geduld und Empathie von dem/der Partner*in gefragt, dem das Konzept unter Umständen leichter fällt und der weniger stark mit Eifersucht zu kämpfen hat. Der Weg zu einer monogamen Beziehung hin zu einer polyamoren Beziehung kann Monate, manchmal sogar auch Jahre brauchen. Je umsichtiger und langsamer es passiert, desto eher kann die emotionale Arbeit geleistet werden und ein gemeinsamer guter Weg gefunden werden. Falls es beiden „leicht“ fällt, kann natürlich auch ein schnelleres Tempo gewählt werden. Daher ist auch hier immer wieder wichtig, sich miteinander darüber auszutauschen.

  4. Sich selbst zu überfordern (z.B. den/die Partner*in direkt mit seinem/ihrem neuen Date treffen, während sie Händchen halten, sich küssen, im Nebenzimmer schlafen, während der/die Partner*in Sex mit jemand anderen hat usw.).

  5. Doppelstandards zu haben. Das meint, dass ein/e Partner*in für sich beansprucht, bestimmte Dinge tun zu dürfen, jedoch der/die andere Partner*in das nicht darf. Es ist was anderes, wenn der/die andere Partner*in das auch nicht möchte. Ein typischer Doppelstandard in polyamoren Beziehungen ist „beide dürfen nur Sex mit Frauen haben“, obwohl die Frau eigentlich mindestens genauso an Sex mit Männern interessiert ist.

  6. Zwar dem/der Partner*in Zusagen zu machen, dass er/sie daten darf, jedoch dem/der Partner*in gar keine Zeit / keinen Raum für andere Dates zu geben: Z.B. immer Drama zu machen, sobald der/die Partner*in zu einem Date gehen will, oder einzufordern, dass der/die Partner*in nach wenigen Minuten vom Date nach Hause kommen soll. Wenn der/die Partner*in zurückkommt, dann passiv-aggressiv, schlecht gelaunt oder weinerlich zu reagieren, um dem/der Partner*in ein schlechtes Gewissen zu machen.

  7. Es wartet schon ein*e andere*r potentielle*r Partner*in / es wurde fremdgegangen, bevor sich gemeinsam für eine Öffnung entschieden wurde. Hier ist es umso schwieriger, das Vertrauen für eine gemeinsame bewusste Öffnung zu finden. Mit Zwang die Beziehung zu öffnen, führt eher selten zu einem guten Resultat.

  8. Die Öffnung nur dazu nutzen, um andere Partner*innen „auszuprobieren“, um dann die aktuelle Beziehung zu Gunsten des/der neuen Partners*in zu beenden und mit diesem/dieser dann monogam zusammen zu kommen.




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