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  • Mona Lohr

Introvertierte und extrovertierte Partner*innen

Ein Teil unserer Persönlichkeit zeichnet es aus, ob wir introvertiert oder extrovertiert sind. Diese Eigenschaften sind angeboren, jedoch hat fast jeder Mensch introviertierte und extrovertierte Anteile in sich - und verhält sich auch mal in der einen Situation eher introvertiert und in der anderen eher extrovertiert. Meistens lässt sich jedoch eine dominatere Ausprägung in die eine oder andere Richtung erkennen.


Zwischen introviertierten und extroviertieren Menschen kann es häufig zu Missverständnissen kommen - vor allen in Partnerschaften, in denen eine Person intro- und die andere Person extrovertiert ist. Unterschiede zeigen sich vor allem in folgenden beiden Bereichen:


Woher schöpfe ich meine Energie?

So schöpfen extrovertierte Menschen Energie aus dem Kontakt mit anderen Menschen. Introvertierte Menschen dagegen brauchen, um wieder auftanken zu können, Zeit für sich alleine. Während extrovertiere Menschen meist voller Energie von einer Party mit anregenden Gesprächen kommen, sind introvertierte Menschen im Anschluss erst mal erschöpft (selbst wenn ihnen die Party gefallen hat). Das heißt nicht, dass introviertierte Menschen nicht sozial geschickt sein können - bei manchen Personen würde man gar nicht vermuten, dass sie introvertiert sind, da sie gut auf Menschen zugehen und kommunizieren können. Es kann auch gut sein, dass die introvierterte Person gerne unter Menschen ist - sie braucht jedoch dann immer mal wieder Zeit für sich alleine, um auftanken zu können. Extrovertierte Menschen sind unter Umständen auch gerne mal alleine. Jedoch um zu neuer Energie zu kommen, brauchen sie den Austausch mit anderen Menschen.


Wie sortiere ich meine Gedanken?

Extrovertierte Menschen sortieren ihre Gedanken in der Regel im Gespräch mit Anderen. Sie können meist beim Sprechen denken bzw. hören was sie sagen und lassen es direkt in ihr Denken einfließen. Sie brauchen keine großen Sprechpausen. Sie sprechen auch gerne alles, was sie denken, laut aus. Meistens reden sie lieber als das sie zuhören. Introvertierte Menschen dagegen denken gerne in Ruhe nach. Ihnen fällt es schwer, gleichzeitig zu sprechen und zu denken. Sie brauchen eher eine Pause, um das Gesagte sacken zu lassen. Im Gespräch mit extrovertierten Menschen kann es sein, dass introvierterte Menschen kaum zu Wort kommen, weil sie Sprechpausen zum Nachdenken bräuchten während die extrovertierten Personen Pausen nutzen, um direkt weiter zu sprechen. Es kann auch sein, dass man einer introviertierten Person eine Frage stellt und diese antwortet erst ein paar Tage später auf diese. Dies kann extroviertierte Menschen, die gerne sofort eine Antwort wollen, wahnsinnig machen.


Was ist, wenn ein*e Parter*in extrovertiert ist und der/die andere introviertiert?

Das zu wissen ist erstmal ein großer Schritt, um sich besser zu verstehen und Missverständnisse und Missmut zu vermeiden und die Kommunikation untereinander zu verbessern. Eine Partnerschaft, in der eine Person extro- und die andere introvertiert ist kann gut funktionieren - wenn beide eine gewisse Toleranz für den/die Anderen in dieser Hinsicht mitbringen und ein paar Dinge beachten:


In wichtigen Gesprächen kann es sinnvoll sein, die Gesprächszeiten aufzuteilen (z.B. erst redet die eine Person 5 Minuten dann die andere Person), damit die introvertierte Person auch genügend Raum bekommt. Oder es kann ein Gegenstein rumgegeben werden und nur wer den Gegenstand hat (z.B. einen Stein) darf sprechen und darf auch Pausen machen. Erst wenn der Stein abgegeben wird, ist die andere Person dran.


Muss der/ die introvertierte Partner*in erst mal über das Gesagte nachdenken, kann er/sie lernen, genau dies zu kommunizieren und es kann ein Zeitpunkt ausgemacht werden, wann das Gespräch wieder aufgegriffen wird. So muss sich die extrovertierte Person zwar in Geduld üben, weiß aber, wann sie eine Antwort bekommen wird.


Der/die extroviertierte Partner*in kann lernen, den/die introverterte*n Parter*in erstmal zu fragen "hast du gerade Energie, mir zuzuhören, oder brauchst du gerade Zeit für dich", bevor er/sie ihre/seine Gedanken mitteilt. Vor allem wenn der/die Partner*in gerade von der Arbeit oder von einem Treffen mit Menschen kommt. Es kann insgesamt sinnvoll sein, nach Partys oder nach der Arbeit erstmal eine gewisse "Ruhezeit" für den/die introvertierte Partner*in einzuplanen.


Der/die introvierterte Partner*in kann dem/der extrovertieren Partner*in einen großen Gefallen tun, indem er/sie gerne zuhört, Fragen stellt, den/die Partner*in reden lässt und bei Gegenfragen sich bemüht, nicht allzu lang auf eine Antwort warten zu lassen.


Da die introvertierte Person mehr Zeit für sich und weniger soziale Kontakte benötigt, ist es sinnvoll, dass die extrovertierte Person auch mal alleine Freunde trifft, mit Anderen telefoniert usw., damit ihr Bedürfnis nach Austausch erfüllt wird und nicht der/die Partner*in alles abdecken muss.


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