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  • Mona Lohr

Schritte raus aus der Beziehungsangst

Viele Menschen leiden unter Beziehungsängsten: Entweder darunter, in Beziehungen verlassen zu werden oder sich auf Beziehungen richtig einzulassen. Die einen klammern stark in Beziehungen, die anderen bleiben emotional distanziert.

Was können Schritte sein, um die Bindungsangst zu überwinden?


  1. Als erstes muss einen die Bindungsangst erstmal bewusst sein. Dazu lohnt es sich, sein bisheriges Beziehungsleben noch mal durchzugehen: Haben wirklich alle Partner*innen nicht gepasst? Oder hat man selbst die Partner*innen eher auf Distanz gehalten? Oder zu sehr geklammert und damit erdrückt? Wenn man bisher kaum / keine Beziehungen hatte: Was hat mich bisher davon abgehalten, eine Beziehung zu führen? Waren alle anderen "nicht gut genug?" oder habe ich Angst bekommen, sobald es "ernster" wurde? Hat mich die andere Person doch nicht mehr so interessiert, sobald sie bereit war, mit mir eine Beziehung einzugehen? Habe ich mir nur Menschen ausgesucht, die gar nicht für eine Beziehung verfügbar sind? Oder hab ich mich selbst nicht liebenswert genug gefühlt und nicht getraut, den ersten Schritt auf jemanden zuzugehen? Hat man den Eindruck, dass man sich eher "die Falschen" ausgesucht hat, kann es helfen, sich selbst "Beziehungsstandards" festzulegen: Also was ist mir wirklich wichtig in einer Beziehung? Wie viel Zeit sollte der/die andere für mich haben? Wie oft sollte der/die andere sich bei mir melden? Und auch - wie viele Freiräume möchte ich mir in der Beziehung behalten? Wenn sich herausstellt, dass der/die andere diese Standards nicht erfüllt, dann sollte die Beziehung lieber nicht eingegangen werden.

  2. Als nächstes lohnt sich ein Blick in die Kindheit: Was habe ich als Kind über Beziehung und Bindung gelernt? Wie waren meine Eltern zueinander? Wie waren sie zu mir? Waren meine Eltern immer zuverlässig da, wenn ich sie brauchte? War die Liebe "bedingungslos" oder musste ich mich dafür anstrengend, um geliebt zu werden? Musste ich mich anpassen und brav sein? Oder habe ich mich schon als Kind unabhängig von der Liebe meiner Eltern gemacht und gelernt, niemanden zu brauchen? Reflektieren Sie Ihre Kindheit und schauen Sie, welche Glaubensätze sich daraus gebildet haben, die noch für die Gegenwart relevant sind. Hier können Sie selbst auf die Suche gehen oder auch das Buch von Stefanie Stahl "Das Kind in dir muss Heimat finden" zur Hilfe nehmen. Oder es kann auch professionelle Hilfe durch eine Psychotherapeutin / einen Psychotherapeuten in Anspruch genommen werden.

  3. Als nächstes geht es darum, sich klar zu machen, was zu der Zeit gehört, als Sie Kind waren und wie die Gegenwart jetzt aussieht: Als Kind waren diese Glaubensätze ganz wichtig, vielleicht sogar überlebenswichtig. Jetzt sind Sie jedoch erwachsen und frei. Sie brauchen diese Glaubenssatz heute nicht mehr. Fragen Sie sich: welchen Nutzen hat dieser Glaubenssatz heute noch für mich? Wir halten nur an etwas fest, was zumindest unbewusst noch einen Nutzen für uns hat. Ggf. muss auch noch eine gesunde Lösung von den Eltern nachgeholt werden und die Verantwortung für das Wohlbefinden der Eltern an diese zurück delegiert. Nur wenn die Lösung von den Eltern ohne Schuldgefühle gelingt, können die alten Glaubenssätze losgelassen werden und stattdessen neue Glaubenssätze gebildet werden. Auch dies sollte idealer Weise psychotherapeutisch begleitet werden.

  4. Wie können die Verhaltensmuster dann verändert werden? Dies wird nicht von heute auf morgen gelingen, sondern benötigt Übung. Stefanie Stahl hat den Begriff "Ertappen und Umschalten" geprägt- Es geht darum zu merken, wenn das alte Programm wieder aktiviert wird. Wenn man sich dabei ertappt geht es darum, aus dem Gefühl raus zu gehen und die Situation mit ein wenig Abstand zu betrachten. Und sich dann bewusst für eine andere Handlung zu entscheiden. Wenn das noch nicht gelingt kann es erstmal helfen, zu verbalisieren, was gerade los ist. Das kann man auch seinem Partner / seiner Partnerin gegenüber tun. Häufig löst sich das Muster / der Impuls dann auf. Ggf. entdeckt man beim ersten Mal es erst 10 Minuten später, dass man nach dem alten Muster gehandelt hat. Irgendwann fällt es einem dann vielleicht auch in dem Moment auf. Und dann heißt es immer wieder üben.


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