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Sicher gebundene Beziehungen gestalten

Mona Lohr
12. Juli 2024
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Okt.

Wir Menschen sehnen uns nach Beziehungen, in denen wir uns sicher gebunden fühlen. Das gilt für jede Beziehung, aber umso mehr, wenn eine Beziehung geöffnet ist und dadurch möglicherweise neue Unsicherheiten entstehen.

Ob du eine Bindung als sicher erlebst, hängt zum einen von dir selbst ab, also von den Erfahrungen, die du in deiner Kindheit gemacht hast, und davon, wie deine Bindung zu deinen Eltern war. Zum anderen gibt es in einer Beziehung bestimmte Voraussetzungen, die ein sicheres Bindungserleben fördern. Die folgenden Punkte orientieren sich am HEARTS-Modell, das Jessica Fern in ihrem Buch „Polysecure“ beschreibt.


Was eine sichere Bindung fördert

  1. Präsenz: Ist deine Bindungsperson körperlich und gedanklich für dich da, und verbringt ihr Zeit miteinander? Kannst du dich an sie wenden, wenn dich etwas belastet, und steht sie dir im Notfall zur Seite? Hilft sie dir, dich zu beruhigen, wenn es dir nicht gut geht, und macht sie dir Mut? Und ist sie mit ihrer Aufmerksamkeit bei dir oder eher ganz woanders, zum Beispiel beim Handy?

  2. Freude aneinander zeigen: Zeigt dir deine Bindungsperson, dass sie sich über dich freut? Sagt und zeigt sie dir, was sie an dir schätzt und was sie an dir hat? Freut sie sich auf die gemeinsame Zeit, und bringt sie dir Wertschätzung entgegen?

  3. Einfühlung: Geht deine Bindungsperson wirklich mit dir in Verbindung, indem sie dir mit dem Herzen zuhört und versucht, deine Sichtweise nachzuvollziehen? Ist es ihr wichtig, wie es dir geht?

  4. Rituale und Routinen: Gemeinsame Rituale und Routinen geben Sicherheit und stärken dadurch die Bindung. Das können feste Abläufe am Morgen oder vor dem Schlafengehen sein, gemeinsam gefeierte Anlässe oder regelmäßige Treffen und Unternehmungen.

  5. Hinwendung nach Konflikten: In jeder Beziehung kommt es zu Verletzungen und Streit, sodass vor allem zählt, wie ihr danach miteinander umgeht. Es lohnt sich, eine gute Streitkultur einzuüben, zu der auch gehört, sich für das eigene Verhalten entschuldigen zu können, wenn etwas nicht so gelaufen ist, wie man es eigentlich wollte.


Wenn etwas fehlt

Wenn diese Punkte in deiner Beziehung erfüllt sind, wird sie sich wahrscheinlich sicher anfühlen. Ist das nicht der Fall, lohnt es sich, dich mit dir selbst zu beschäftigen und eine sichere Bindung zu dir selbst aufzubauen, die Jessica Fern als sechsten Baustein ihres Modells beschreibt.

All diese Punkte lassen sich auch in Mehrfachbeziehungen leben, sodass du zu mehreren Menschen sichere Bindungen aufbauen kannst.

 
 
 

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